Wissenschaftsgeschichte
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Die Miscellanea curiosa,

oder: individualisierte “natural particulars”.

Projekt von Dr. Fabian Krämer

Ein auffälliges Charakteristikum der meisten Beschreibungen und Bilder von „natural particulars” (Anthony Grafton und Nancy G. Siraisi) im sechzehnten und frühen siebzehnten Jahrhundert widerspricht dem Konzept des Partikularen als solchem: ihre fehlende Individualisierung.

Die Beschreibungen sind typischerweise kurz gehalten und enthalten wenige Informationen zu Form oder Anatomie ihres Gegenstands, die Bilder sind meist schematisch. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man sie mit den Beschreibungen in den naturkundlichen Zeitschriften des ausgehenden 17. Jahrhunderts (wie den Philosophical Transactions, oder den Miscellanea curiosa, der Zeitschrift der Academia Naturae Curiosorum, der heutigen Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina) vergleicht. Die Bilder und auch die Beschreibungen in diesen Journalen scheinen in geringerem Maße Konventionen zu unterliegen, sie sind spezifischer auf ihren konkreten Gegenstand abgestellt. Vor allem aber individualisieren sie diesen in aller Regel: Die Wiedergabe zahlreicher Details lässt den Gegenstand wesentlich spezifischer erscheinen als nur als ein Beispiel eines von der gelehrten Tradition geprägten Typus. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes sollen die Gründe für diesen Wandel erkundet werden.

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