Wissenschaftsgeschichte
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

Master

header5

Zertifikat Wissenschaftsgeschichte: ein neuer Schwerpunkt im Masterstudiengang Geschichte an der LMU München

James Watson entdeckte die Doppelhelix an einem Drahtmodell, Isaac Newton die Gravitationsgesetze mit einem Apfel und Einstein die Relativitätstheorie im Zug: schlichte Narrative davon, wie Genies weltverändernde Einsichten gewannen, sind zahlreich, weit verbreitet und meistens falsch. Dennoch prägen sie das populäre Bild der Wissenschaft.

Hier ist Aufklärung nötig. Der Wissenschaftsgeschichte geht es nicht nur um große Männer und ihre Entdeckungen. WissenschaftshistorikerInnen untersuchen die Wissenschaften, ihre Impulse und Motive, ForscherInnen und Forscher, Institutionen und Orte aus einer historischen Perspektive. Sie möchten wissen, wieso sich wissenschaftliche Praktiken, Erklärungsmuster und Institutionen veränderten. In der Wissenschaftsgeschichte wird das kulturelle Umfeld von Wissenschaft und die Wechselwirkungen dieses Wissens mit Politik, Ideologie, Religion und Gesellschaft untersucht. Wissenschaftsgeschichte arbeitet epochenübergreifend, methodisch vielseitig und häufig an der Schnittstelle von Natur- und Geisteswissenschaften. 

Anforderungen

Der Schwerpunkt kann Ihnen in einem Zertifikat zu Ihrem Abschlusszeugnis ausgewiesen werden, wenn Sie mindestens 75 ECTS in ihm erworben haben. Das erreichen Sie etwa, indem Sie Ihre drei Aufbaumodule in diesem Bereich belegen (insgesamt 45 ECTS) und dort auch Ihre Masterarbeit schreiben (30 ECTS) oder zwei Aufbaumodule (30 ECTS), drei Übungen (15-18 ECTS) und die Masterarbeit (30 ECTS) in dem Schwerpunkt absolvieren.

Sie können den Master Geschichte entweder als Hauptfach (120 ECTS) oder im Rahmen des Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Profilbereichs (30 ECTS) studieren. Vor dem Beginn eines Masterstudiums der Geschichte als Hauptfach (120 ECTS) müssen Sie ein Eignungsverfahren absolvieren.

Alle grundlegenden Informationen (Zulassungsvoraussetzungen, Sprachkenntnisse, Aufbau des Studiums, Prüfungen, Beratungsmöglichkeiten) finden Sie im Leitfaden für den Master Geschichte (PO 2018) (pdf, 264 KB).

Während Ihres Studiums müssen Sie häufig mit dem an der LMU München eingesetzten System „LSF“ operieren. Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise zu dieser Software sowie zu den Modalitäten, Fristen und Terminen bei der Prüfungsanmeldung in den modularisierten Studiengängen.

Studium, Lehre und Forschung am Lehrstuhl Wissenschaftsgeschichte

Am Münchner Lehrstuhl wird etwa erforscht, warum Zentauren in Enzyklopädien der Frühen Neuzeit auftauchten, warum einige Zionisten glaubten, mit Botanik zur Staatsgründung Israels beizutragen und warum sich Einstein für die internationale Vernetzung von Physikern engagierte. Eine DFG-Forschungsgruppe untersucht zudem mit anderen historischen Teilfächern Dynamiken von Kooperation und Konkurrenz in den Wissenschaften der 1970 bis 1990er Jahre.

Im Studium liegt ein besonderer Fokus auf Methodenvielfalt und argumentativer Schärfe: Wie entwickelt man eine interessante Fragestellung und These? Wie ist ein Argument aufgebaut? Wie kann ich meine These stützen und andere kritisieren? Diese Kompetenzen sind gefragt, im Wissenschaftsjournalismus und -management genauso wie in Wirtschaftsunternehmen. Die geschulte Reflexion sowie Kritik wissenschaftlichen Wissens, wissenschaftlicher Institutionen und Expertentum ist heute wichtiger denn je.

Standort München

Unser Lehrstuhl ist international hervorragend vernetzt und kooperiert mit den weltweit wichtigsten Zentren des Fachs, darunter das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin und das History & Philosophy of Science Department in Cambridge (UK). Diese Beziehungen prägen auch das Studium: So absolvierten Studierende der Wissenschaftsgeschichte Praktika im Niels-Bohr-Archiv in Kopenhagen und bei der Einstein-Edition in Pasadena; sie recherchierten in Wien, Zürich oder Utrecht für ihre Masterarbeit und besuchten Veranstaltungen in Budapest, Jerusalem und Barcelona.

Vor Ort arbeiten wir mit dem Deutschen Museum zusammen und nutzen die reichen Quellenbestände des Archivs und der Instrumentensammlung. Ein Museumspraktikum bietet Einblicke in die Konzeption von Ausstellungen; Praxiserfahrung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Öffentlichkeit lässt sich außerdem im Rachel Carson Center for Environment and Society sammeln, mit dem wir ebenfalls enge Beziehungen pflegen. München ist dank zahlreicher erstklassiger Bibliotheken und Archive, wie etwa der Bayerischen Staatsbibliothek und dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, ein idealer Forschungsstandort.

Weitere Informationen


Servicebereich