Wissenschaftsgeschichte
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Dr. Daniel Liu

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Post-Doc beim DFG-Projekt "Lebende Substanz unter dem Mikroskop"

Living Matter Under the Microscope: Protoplasm Theory, “wissenschaftliche Mikroskopie,” and the Molecularization of Cell Structure, 1840–1940

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 463389772

From the 1860s to the 1940s protoplasm theory existed alongside cell theory and Darwinian evolution as one of the three core theoretical foundations of modern biology. During this period biologists of all sorts were unanimous in identifying protoplasm—the moving, reactive, and metabolizing part of the cell—as “living matter” and the material substrate of life itself. The objectives of the proposed project are: 1. Reconstruct the history of protoplasm theory’s development, decline, and impact on the life sciences; 2. Situate the history of cell and protoplasm theory in the technical and social history of “wissenschaftliche Mikroskopie” as the latter developed into an independent, auxiliary science in the German-speaking lands; and 3. Show how protoplasm theory and microscopy were important routes through which theories and methods in the physical sciences were brought into the life sciences, therefore laying the groundwork for post-WWII molecular and structural biology.

 

Lebende Substanz unter dem Mikroskop: Protoplasmatheorie, wissenschaftliche Mikroskopie, und die Molekularisierung des Baues der Zelle, 1840–1940

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 463389772

Von den 1860er bis in die 1940er Jahre wurde die Protoplasmatheorie neben der Zelltheorie und der Darwinschen Evolutionstheorie als eine der drei zentralen Theorien der modernen Biologie aufgefasst. In diesem Zeitraum waren sich die meisten Biologen einig, dass das Protoplasma — der sich bewegende, reaktive und metabolisierende Teil der Zelle — als „lebende Substanz“ und als „das urspüngliche active Substrat aller Lebenserscheinungen“ betrachtet werden musste. Die Ziele des vorgeschlagenen Projektes sind: 1. die Rekonstruktion der Geschichte der Entwicklung, des Niedergangs und der Folgen der Protoplasmatheorie in den Lebenswissenschaften; 2. die Situierung der Geschichte der Zelltheorie und der Protoplasmatheorie im Kontext der technischen und sozialen Geschichte der „wissenschaftlichen Mikroskopie“, die sich im deutschsprachigen Raum zu einer selbständigen Hilfswissenschaft entwickelt hatte; und 3. aufzuzeigen, dass Protoplasmatheorie und Mikroskopie wichtige Wege waren, über die Theorien und Methoden der Physik und Chemie in die Biowissenschaften eingebracht wurden und damit den Grundstein für die Molekular- und Strukturbiologie nach dem zweiten Weltkrieg legten.