Wissenschaftsgeschichte
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Nele Heins, M.A.

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Dissertationsprojekt

Die periodisch kranke Frau? – Über die Beurteilung von Menstruationsbeschwerden im 19. Jahrhundert [Arbeitstitel]

In diesem Projekt soll es darum gehen, wie das Thema „Menstruationsbeschwerden“ im 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum beurteilt worden ist. Im Zentrum der Arbeit wird medizinische Fach- sowie Ratgeberliteratur stehen, in der sich Ärzte den Themen „Frauenleiden“ und „Menstruation“ widmeten. Um diesem männlichen Blick eine weibliche Sichtweise gegenüberzustellen, sollen Patientinnenbriefe sowie die ersten medizinischen Ratgeber von Ärztinnen, die um die Wende zum 20. Jahrhundert erschienen sind, berücksichtigt werden. Ziel der Analyse ist, zunächst einen Überblick darüber zu erstellen, welche Beschwerden mit der Menstruation in Verbindung gebracht und welche Wechselbeziehungen mit verschiedenen Nervenleiden vermutet worden sind. Davon ausgehend stellt sich die Frage, inwiefern die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts lauter werdenden Forderungen nach verbesserten Bildungsmöglichkeiten für Frauen, und hier speziell nach der Öffnung des Gynäkologiestudiums, die Mediziner beim Verfassen ihrer Werke beeinflusst haben. Es ist zu untersuchen, ob die Befürchtung vieler Ärzte, ihre Monopolstellung einbüßen zu müssen, dazu geführt hat, Menstruationsbeschwerden nicht mehr als normale Begleiterscheinung eines natürlichen Vorgangs, sondern als krankhafte Erscheinung zu kategorisieren und als Argument dafür zu nutzen, Frauen die Eignung für ein Studium abzusprechen.