Wissenschaftsgeschichte
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Kristine Palmieri (München)

18.06.2026 16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Ort: Historicum, Schellingstraße 12, Raum K401.

Zeit:16-18 Uhr c.t..

Der Vortrag stellt ein neues Forschungsprojekt zur Geschichte des Vergleichs in den Humanwissenschaften im deutschsprachigen Europa zwischen 1800 und 1950 vor. Im Zentrum steht die Frage, wie und warum der Vergleich in diesem Zeitraum zu einer epistemisch privilegierten Form der Wissensproduktion über Sprache, Kultur, Geschichte, Gesellschaft und Menschsein wurde. Anstatt disziplinäre Entwicklungsgeschichten fortzuschreiben, untersucht das Projekt die Geschichte der vergleichenden Methoden und des Komparativismus fächerübergreifend und fragt nach deren sich wandelnder Rolle in den Humanwissenschaften. Der Vortrag erläutert zunächst diese begrifflichen Grundlagen des Vorhabens. Er unterscheidet zwischen vergleichenden Methoden als konkreten analytischen Verfahren und Komparativismus als breiterer intellektueller Orientierung. Darüber hinaus wird der Begriff der Humanwissenschaften erläutert. Er wird nicht von der Trennung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften her verstanden, sondern als Bezeichnung für ein „amphibisches“ Feld verwendet, in dem philologische, historische und naturkundliche Wissensformen miteinander verschränkt waren. Ein besonderer Fokus liegt hier auf der Rolle der Sprache als rotem Faden des Projekts und als zentralem Ort humanwissenschaftlicher Wissensproduktion. Im zweiten Teil des Vortrags wird eine Fallstudie präsentiert, in der die Geschichte der vergleichenden Grammatik, der Klassischen Philologie und der Religionswissenschaft integriert wird. Auf diese Weise zeigt der Vortrag, was ein Fokus auf Komparativismus historisch neu sichtbar machen kann und damit zu einem neuen Verständnis der Humanwissenschaften beiträgt.

Vortrag im Rahmen des Oberseminars "Perspektiven der Wissenschaftsgeschichte".


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