Caterina Schürch (Cambridge / München)
Der Weg der Reaumure, Bonnete oder Linnaeusse: Eine Spurensuche zu den Methoden der Naturforschung, ca. 1750-1850
09.06.2022
Ort: Historicum K 026
Zeit: 16-18 Uhr
Der Weg zur Wahrheit, so schrieb der Genfer Pfarrer, Naturforscher und Bibliograph Jean Senebier 1775, ist für gewöhnlich lang und beschwerlich. Deshalb müssten Naturforschende versuchen, ihn durch die Verwendung einer rigorosen Methode zu verkürzen und zu mildern. Diese Vorstellung eines regelgeleiteten, zielführenden Vorgehens bei der Erforschung der Natur finden wir bei vielen seiner Zeitgenossen. Naturforschende sollten Umwege vermeiden und Irrwege so schnell wie möglich verlassen. Erfahrene Dozenten wiesen Studierenden den Weg, “den Sie gehen sollten, wenn Sie Lust haben, einmal Reaumure, Bonnete, oder Linnaeusse zu werden” (Franz von Paula Schrank 1780).
Als rhetorisches Motiv war die Vorstellung vom „richtigen“ Weg der Naturforschung also omnipräsent. Und darüber hinaus? Welche Normen – etwa des guten Beobachtens und Experimentierens – leiteten das Vorgehen historischer Akteure an? In dem Vortrag wird dieses Vorgehen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet mit dem Ziel, die methodologischen Normen der Naturforschung greifbarer zu machen.