Wissenschaftsgeschichte
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Cora Stuhrmann, M.A.

Cora Stuhrmann, M.A.

Doktorandin

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Postanschrift: Historisches Seminar der LMU, Wissenschaftsgeschichte, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München
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Raum: 317
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Forschungsschwerpunkte

Konkurrenz und Kooperation in der Geschichte der Lebenswissenschaften des 20. Jahrhunderts, Geschichte der Soziobiologie

Dissertationsprojekt

DFG-Projekt "Konkurrenz der Disziplinen. Die Aushandlung von Deutungshoheit zwischen Bio- und Sozialwissenschaften, ca. 1970–1990"

Projektleitung: Prof. Kärin Nickelsen, DFG Projektnummer 316001474

Im Zentrum des Projekts steht die Debatte um die Soziobiologie, die im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts prominent in Wissenschaft und Öffentlichkeit ausgetragen wurde. Im Projekt „Konkurrenz der Disziplinen“ soll die Geschichte der Soziobiologiedebatte daraufhin untersucht werden, auf welche Art verschiedene naturwissenschaftliche, sozialwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Disziplinen für sich beanspruchen, Fragen menschlichen Sozialverhaltens zu beantworten und evolutionäre Erklärungsmuster dabei ablehnen oder ausweiten. Eine besondere Rolle spielt dabei der Einfluss und die Erwartungen der Öffentlichkeit – sei es die Fachöffentlichkeit oder die Aufmerksamkeit der Medien – im aufgeheizten politischen Klima der USA der 1970er und 1980er Jahre. Konkret ging es in dieser Debatte um die Deutungshoheit über menschliches Sozialverhalten. Der Anspruch der Sozialwissenschaften auf diesem Gebiet wurde 1975 von E.O. Wilsons Monographie „Sociobiology. A New Synthesis“ herausgefordert. „Sociobiology” wurde als Abwertung der Sozialwissenschaften gegenüber der Evolutionsbiologie verstanden, indem die biologischen Ursachen menschlichen Verhaltens als primär und deutlich wichtiger dargestellt wurden als die „sozialen“ Ursachen, mit denen sich Soziologie, Anthropologie oder Psychologie beschäftigten. Dies führte zu einer scharfen Debatte zwischen Vertretern verschiedener Disziplinen, die sich zu einem Konkurrenzkampf um die Gunst der öffentlichen Meinung entwickelte. Das Projekt wird herausarbeiten, welche Strategien wissenschaftlichen Konkurrenzverhaltens hierbei zum Tragen kamen und welchem Wandel sie unterlagen. Dynamiken des boundary work sind dabei ebenso im Blick wie die komplexe Wechselbeziehung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit im späten 20. Jahrhundert.

Das Projekt ist Teil des Forschungsverbundes der Universitäten Köln und der LMU München „Konkurrenzkulturen. Institutionen – Werte – Praktiken“ und stellt interdiszplinäre Verbindungen zur Soziologie der Konkurrenz her (Kooperationspartner: Tobias Werron, Bielefeld).

Forschungsverbund

Mitglied im DFG-geförderten Forschungsverbund Konkurrenzkulturen. Soziale Praxis, Wahrnehmung und Institutionalisierung von Wettbewerb in historischer Perspektive (LMU München/Universität Köln). Das Dissertationsprojekt ist im DFG-Forschungsverbund "Kooperation und Konkurrenz" assoziiert.